WhatsApp als Beispiel
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Der Mensch kann sich in der Welt mit Hilfe seiner 5 menschlichen Sinnesorgane orientieren. Mit ihnen sehen, hören, riechen, schmecken und ertasten (fühlen) wir die Umwelt. Reize wie Licht, Schall, Gerüche, Geschmäcker und Berührungen werden in Nervensignale umgewandelt und vom Gehirn interpretiert. Das hilft uns, die Welt zu verstehen und in ihr zu überleben. Anhand des Beispiels WhatsApp möchten wir die gröbsten Unterschiede zwischen der realen und virtuellen Welt präzisieren. |
Eine Lehrtochter sagte einmal zu mir: «Weisst Du, Martin, ob ich jetzt dem Kollegen via WhatsApp schreibe oder ob ich die 10 Meter zu ihm rüber gehe, spielt doch keine Rolle.» Voller Überzeugung widerspach ich ohne zu überlegen: «Natürlich spielt das eine Rolle!» Mir war immer unerklärlich, wie mehrere Menschen gemeinsam an einem Tisch sitzen können und sich nichtsdestotrotz via WhatsApp austauschen. Der Unterschied zwischen einer persönlichen Begegnung und einem digitalen Austausch liegt auf der Hand, bietet Letzteres doch deutlich weniger Sinneseindrücke. Wie sieht dies beim konkreten Beispiel WhatsApp aus?
Wie wir die Welt wahrnehmen
Mit unseren Augen sehen wir und nehmen die Umgebung wahr.
Auf WhatsApp lese ich die Nachricht oder sehe mir Fotos und Filmchen an. Doch das Sehen beschränkt sich nur auf den Bildschirm. Text-Nachrichten sind immer asynchron. Nähe geht über Social Media schon gar nicht.
Mit unseren Ohren hören wir Geräusche wie Stimmen oder Vogelgezwitscher.
Eine Sprachnachricht kann ich auf WhatsApp anhören oder ich kann mit der App telefonieren. Dabei wird allerdings nur das Hören eingesetzt. Ob der Sender grinst, weil er mir einen Bären aufbindet, sehe ich nicht. Sprachnachrichten sind immer EINWEG-Kommunikation.
Die Haut nimmt Reize wie Druck, Berührung, Wärme oder Kälte wahr.
Der Tastsinn wird bei WhatsApp auf zwei Finger und das Tippen aufs Display beschränkt. In der direkten Begegnung beim Begrüssungs-Händedruck kann ich bspw. aufgrund des Drucks auf die Dominanz einer Person schliessen. Das gute Gefühl bei einer Umarmung geht auf einem Display gänzlich verloren.
Die Nase dient ausser der Atmung auch dem Riechen.
Bei WhatsApp kann ich meinen Geruchssinn überhaupt nicht einsetzen. In einem persönlichen Gespräch kann ich beispielsweise das Parfüm meines Gegenübers riechen. Oder ich rieche seinen Schweiss und kann mutmassen, dass er gerade vom Sport kommt.
Neben ihrer Funktion beim Sprechen und Kauen können wir mit der Zunge Geschmäcker wie süss, salzig, bitter und sauer wahrnehmen.
Der Geschmackssinn kommt weder bei WhatsApp noch bei einem analogen Gespräch zum Einsatz. Postet allerdings mein Chatpartner ein Bild seines Desserts, kann ich dies nur sehen, nicht aber probieren, weiss also nicht, wie er schmeckt.
WhatsApp-‘Gespräche‘ sind SINN-los!
(im wahrsten Sinne des Wortes)
Fazit

Auf Menschen zugehen, mit ihnen sprechen, sie in ihrem Umfeld und mit allen Sinnen wahrnehmen – WhatsApp bietet all dies nicht. Auch wenn das Tippen einer Kurznachricht so viel einfacher scheint, ist dies ein hoher Preis.
>> WhatsApp braucht so gut wie keinen unserer 5 Sinne!
>> WhatsApp ersetzt keine persönliche Begegnung!





